23.03.2022 Stellungnahme des SAM zur ProRace-Serie Nachdem an verschiedenen Orten Aussagen und Annahmen zur Ausrichtung der Schweizer Motocross-Szene zu hören und zu lesen waren, möchten wir vom SAM hier gerne unsere Sicht der Dinge aufzeigen. Die Schweiz ist ein freies Land und jeder darf seine Meinung darüber frei kundtun. Vielleicht kommt der eine oder andere aber zu einem anderen Schluss, wenn er die Hintergründe kennt. Besonders in den letzten zwei Jahren hat sich gezeigt, wie wichtig eine Zusammenarbeit unter den verschiedenen Organisationen der Schweizer Motocross-Szene ist. Mit gemeinsamen Anstrengungen hat man es geschafft, sowohl 2020 wie auch 2021 in den diversen Kategorien Motocross-Meisterschaften durchzuführen. Alle diese Organisationen haben ihre Aufgabe und Ihre Berechtigung. Von Kindern, die bereits im SJMCC die ersten Motocross-Erfahrungen machen können, über die Hobby-Fahrer, die den Sport als Plausch ausüben bis zu den talentierten, ambitionierten SpitzenfahrerInnen gibt es die passende Organisation und Kategorie. Wichtig ist die Durchlässigkeit der Organisationen. Ambitionierte Fahrer sollen ungehindert den Weg nach oben finden, aber auch der umgekehrte Weg soll möglich sein. Die Weichen im SAM wurden an der Terminkonferenz 2020, im Dialog mit den Veranstaltern, neu gestellt. Über allem stand die Forderung nach vollen Feldern in möglichst allen Klassen. Sehr schnell war klar, dass es z.B. keinen Sinn macht, neben dem Swiss MX Women Cup eine zweite Meisterschaft für die Frauen zu betreiben. Ebenso sah es im Nachwuchs aus, wo man sich schnell mit dem SJMCC fand, diese Klasse künftig gemeinsam als U20 zu führen. Auch die jetzt oft diskutierte ProRace-Kategorie wurde aufgrund dieser Ausgangslage geschaffen. Vorher führte der SAM zwei Masters-Klassen, wobei die schnellere der beiden weitgehend mit FMS-Inter-Fahrern bestückt war, die mehr oder weniger offen zugaben, die SAM-Läufe als rennmässiges Training zu nutzen. Gab es eine Terminüberschneidung, war die Masters Inter-Open-Klasse praktisch leer, was weder für den Veranstalter noch für die Fahrer oder die Sponsoren interessant war. Aus diesen Gründen war klar, dass diese Kategorie nicht mehr weiter existieren konnte. Sie schadete mehr als sie nützte. An ihre Stelle sollte aber eine neue, schnelle Kategorie treten, denn auch die SAM-Veranstalter wollen dem Fachpublikum die besten Fahrer der Schweiz weiterhin präsentieren. Für eine Swiss-Masters-Serie, wie sie in der Vergangenheit existierte, sind die Unterschiede zwischen den Fahrern der verschiedenen Organisationen einfach zu gross geworden. Dies ist auch der Grund, warum die SAM-Masterklasse geschützt wurde, was sehr gut aufgenommen wurde. In Gesprächen mit MXRS-Chef Christian Chanton entwickelte sich die Idee der ProRace-Serie, einer Open-Kategorie, in der sich die besten Fahrer der Schweiz messen können, unabhängig von der Motorengrösse. Sowohl der SAM wie auch die MXRS bekennen sich klar zur Schweizer Meisterschaft unter dem Patronat der FMS. Sie ist und soll weiterhin die höchste Meisterschaft in der Schweiz sein. Beide Organisationen streben an, talentierte Fahrer auf ihrem Weg in die FMS-Interklassen zu unterstützen. Es herrscht kein Konkurrenzdenken, im Gegenteil, die ProRace-Serie soll eine Bereicherung der Schweizer Szene sein, sowohl für die Fahrer und natürlich auch für die Veranstalter, die den Zuschauern ein attraktives Feld präsentieren können. Es gibt nur wenige exquisite Rennen in der ProRace-Serie und diese überschneiden sich nicht mit den Schweizermeisterschafts-Veranstaltungen. Die Reaktionen von aussen und die Lizenzzahlen zeigen, dass das Interesse da ist. Wer lieber im Ausland fährt - und für einige ist das sicher wichtig um weiterzukommen und schneller zu werden - darf das gerne tun. Noch nicht alle der ProRace-Fahrer haben aber das Potenzial, sich am einem ADAC-Cup oder einem andern ausländischen Rennen zu qualifizieren, dann ist es doch besser, sie sammeln an einem gut dotierten Schweizer Rennen vor einheimischen Fans weitere Praxis. Somit sind die Ziele der Terminkonferenz 2020 umgesetzt. Die Felder in allen Klassen sind gut gefüllt und der SAM hat keine Kategorien mehr, die bei - nicht immer vermeidbaren - Überschneidungen praktisch leer bleiben. Somit sollten alle zufrieden sein. Unserer Meinung nach pflegen die Organisationen untereinander durchaus die Kommunikation und respektieren sich gegenseitig. Wir können froh und stolz sein, in dieser schwierigen Zeit (und da ist nicht nur Corona ein Thema) etliche Veranstalter zu finden, die ein Rennen organisieren, für welche Organisation auch immer. Dass man da nicht in jedem Punkt gleicher Meinung sein kann, liegt im Wesen der Sache, in der grundsätzlichen Ausrichtung ist man sich aber einig. Früher war nicht alles besser. Wer stehen bleibt, wird überholt. Zukunftsträchtige Ideen sind gefragt und es ist nicht zielführend, verdiente Veranstaltern anzugreifen, die etwas Neues wagen. Ob dieser Weg der richtige ist, wird die Zukunft zeigen. Nun freuen wir uns auf das Motocross-Fest in Wohlen und wünschen allen viel Erfolg! SAM-Sportkommission Quelle: SAM-Sportkommission SAM MOTOR JOURNAL 03/2022 SAM MOTOR JOURNAL 04/2022 Zurück