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Die SAM-Gründung

Am 24. April 1927 wurde der SAM in Weinfelden als OMV gegründet. Wie, weshalb und wo es damals zur Gründung des Ostschweizerischen Motorfahrer-Verbandes gekommen ist, erfahren wir nachfolgend aus alten Jahrgängen des «Motor» aus Zürich (Verlag der Uto-Buchdruckerei) und der nach dem zweiten Weltkrieg eingegangen Fachzeitung «Das Motorrad», die im Verlaufe jenes denkwürdigen Jahres ausführlich über die Geburt des OMV berichtet haben.

 

Die erste Kontaktnahme...

und Aussprache der Initianten für die Gründung des neuen Regionalverbandes mit Vertretern der Ostschweizer Motorfahrer-Clubs fand am 27. Februar 1927 im «Konstanzerhof» in Wil SG unter der Leitung von Oscar Rey aus Wil statt. Eingeladen wurden 16 Sektionen, von denen sich acht vertreten liessen: Andelfingen, Bischofszell, Flawil, Frauenfeld, Oberthurgau, Uzwil, Wil und Winterthur. Als Gast anwesend war Direktor Neher aus Genf, der Präsident der UMS lUnion der Motorradfahrer der Schweiz), die sich seit langem FMS nennt. Dazu das spätere OMV - Organ «Motor»: «Die Tagung hatte den Zweck, die ostschweizerischen Clubs in einen Verband zusammenzuschliessen, der sich dann als ein Gebilde der UMS unterstellen soll. Die Gründe für ein solches Zusammengehen sind mannigfaltiger Natur. Einmal sind in letzter Zeit in allen grösseren Ortschaften Clubs entstanden. Allein auf sich angewiesen, sind kleinere Vereinigungen kaum lebensfähig und für den direkten Anschluss an die UMS reichen deren finanziellen Mittel nicht, ohne allzu starke Belastung des einzelnen Mitgliedes. Ferner ist es solchen Clubs nie möglich, eine sportliche Veranstaltung durchzuführen. 

Einmal, weil die Mittel dazu fehlen, und weil sie die behördlichen Bewilligungen hiezu nicht erhalten. Können sich aber diese kleinen Clubs nicht der UMS anschliessen, so ist den Mitgliedern auch die Möglichkeit genommen, an einem sportlichen Anlass teilzunehmen, weil diese international reglementiert sind und die UMS die Sportpolizei hierüber ausführt.
Der Zusammenschluss der Clubs der Ostschweiz in einen Regionalverband hätte den Vorzug, dass dieser allein der UMS gegenüber pflichtig ist und sich die einzelnen Clubs als Sektion diesem Verband gegen ein bescheidenes Eintrittsgeld und einer Kopfsteuer anschliessen können. Im weiteren soll ein solcher Regionalverband Vorteile bringen in Bezug auf das Versicherungswesen und anderes mehr. An der Diskussion beteiligten sich die meisten Delegierten in dem Sinne, dass sie nach Anhören der verschiedenen Voten für die Gründung eines OMV sind, dass sie aber nicht mit den Kompetenzen ihrer Clubs ausgerüstet seien, die Gründung zu beschliessen, weil sie in ihren Clubs zuerst Bericht über die Tagung erstatten müssen. An einer weiteren Versammlung soll am 24. April der definitive Beschluss gefasst werden.»

 

Sinn und Zweck des OMV

Darüber wusste der «Motor» in einer späteren Ausgabe unter anderem Folgendes zu melden: «Der Hauptgrund des Zusammenschlusses der ostschweizerischen Motorfahrer-Clubs liegt in der Vereinfachung des Geschäftsverkehrs mit der UMS, in der Vereinfachung der Durchführung von sportlichen Veranstaltungen und in dem besseren Zusammenschluss aller Sektionen. Dadurch wird es möglich, die Mitgliederzahl der UMS zu erhöhen, die Tätigkeit derselben in der Ostschweiz wirksamer zu gestalten im Interesse der UMS und der angeschlossenen Clubs und deren Mitglieder. Dabei untersteht der OMV den Statuten und RegIementen der UMS, welche der erstere vollständig anerkennt.
Die Zusammensetzung des OMV soll aus Clubs bestehen, die der Union der Motorradfahrer der Schweiz noch nicht oder bereits angehören. UMS-Clubs, welche zum OMV übertreten wollen, haben formell den Austritt aus der UMS zu nehmen, werden aber durch den Eintritt in den Ostschweizer Verband dieser wieder zugeführt. Allerdings nicht mehr als selbständige Sektion, sondern als Mitglied des OMV.
In der Einladung zur Gründungsversammlung des OMV wurden über dessen Organisation und Ziele weitere Details bekanntgegeben. Wir zitieren: «Als Ganzes ist der OMV Mitglied der UMS und wird an deren Sitzungen so vertreten sein, dass die Interessen aller Sektionen und Mitglieder gewahrt werden. Nebst der inneren Organisation (eigenes Sekretariat, Gratisrechtsauskunft, Versicherungswesen etc.) wird er gegen die überhandnehmenden Regierungsverbote Stellung nehmen und sein Möglichstes versuchen, grössere Sportanlässe auch in der deutschsprechenden Schweiz zu veranstalten. Der OMV will sich auch zu allen kantonalen und eidgenössischen Gesetzesvorlagen äussern, die die Motorfahrzeuge betreffen, sowie in seinen Gauen tatkräftig für Verbesserung der Strassen und Schutz unbewachter Bahnübergänge eintreten, aber ebenso energisch gegen diejenigen vorgehen, die mit offenem Auspuff, blödsinnigem Rasen etc. gegen die Konkordatsbestimmungen verstossen.»

Die Gründungsversammlung ging am Sonntag, dem 24. April 1927, im Hotel «Krone» in WeinfeIden in Szene. Die Tagung wurde vom Initianten Oscar Rey um 15.20 Uhr eröffnet. Die Traktanden: 1. Wahl eines Tagespräsidenten und Protokollführers; 2. Wahl der Stimmenzähler; 3. Referate 4. Vorlage des Statuten-Entwurfes; 5. Festsetzung des Mitgliederbeitrages; 6. Eventuelle Wahl des Verbandspräsidenten und des Büros; 7. Allgemeine Umfrage.
Wie die Gründung des OMV verlief, beschrieb «Das Motorrad» wie Folgt:
«Oscar Rey (Wil) wurde einstimmig als Tagespräsident und der Zürcher Dr. Elsener als Protokollführer gewählt. Das Protokoll der Versammlung vom 27. Februar in WiI fand einhellige Zustimmung. Die Präsenzliste enthielt die Namen folgender Delegierter und Sektionen: Hans Zwahlen (Amriswil), Adolf Landolt (Andelfingen), A. Wartenweiler (Andelfingen), A. Grundbacher (Bischofszell), A. Schläpfer (Bischofszell), Dr. H. Fisch (Flawil), A. Lieberherr (Flawil), J. Oettli (Oberthurgau), Oskar Bill (Oberthurgau), Gustav Kohler (Rorschach), Dr. Haag (UzwiI), Josef Butz (Uzwil), K. Schürmann (Wil), Franz Ziegler (Wil), G. Egger (Winterthur), C. Lehnherr (Winterthur) und Dr. Elsener (Zürich). Eine angeregte Diskussion über die Gründung des neuen Verbandes fesselte das Interesse aller Anwesenden. Die Zeiger der Uhr rückten gegen 8 Uhr, als der Präsident der Rorschacher Motorradfahrer mit aufmunternder Rede den Beitritt seines Clubs erklärte. Auch Winterthurs Eintritt erhielt starken Applaus. Es folgten teils unter Genehmigungsvorbehalt: Andelfingen, Oberthurgau, Wil, Bischofszell, Flawil und Uzwil. Einstimmig wurde darauf als erster Verbandspräsident Oscar Rey gewählt, der mit einem Aufruf an alle Anwesenden zur eifrigen Mitarbeit die Wahl annahm. Zur Erledigung der Geschäfte und Organisation des OMV wurde ein Dreierbüro mit Oscar Rey, Posthalter A.C. Ott aus Hauptwil und C. Lehnherr bestimmt, das an der nächsten Delegiertenversammlung auf fünf Mann erweitert werden soll.
Mit einem Dankeswort an die Delegierten und einem Hoch auf den neugegründeten Ostschweizer Motorfahrer-Verband schloss der Vorsitzende um 18.20 Uhr die Tagung. Die Clubvertreter aus allen ostschweizerischen Gauen reisten in der festen Ueberzeugung wieder nach Hause, dass die geleistete Arbeit eine fruchtbare war und dass die Gründung des OMV für das Motorradwesen von grosser Bedeutung sein wird.»

 

Der OMV als UMS-Mitglied

Ausserdem beschloss die Versammlung am 24. April, der OMV habe sich unverzüglich um die Aufnahme in die UMS zu bemühen. Als Beitrittsgebühr wurden festgelegt: Für bereits dem Landesverband der Motorradfahrer angeschlossene Clubs 10 Franken und für die anderen Sektionen 20 Franken. Auf eine Kopfsteuer konnte für 1927 verzichtet werden, dagegen hatten Mitglieder von nicht der UMS angehörenden Clubs einen Beitrag von zwei Franken zu entrichten. Das ebenfalls in Weinfelden zur Erledigung der Verbandsgeschäfte bestimmte Dreiergremium Rey-Ott-Lehnherr wurde ein Vierteljahr später am 31. Juli im Hotel «Weidegg» in Flawil anlässlich einer ausserordentlichen OMV-Generalversammlung zum eigentlichen Zentralvorstand erweitert. Diesem gehörten an: Oscar Rey (Wil) als Präsident, C. Lehnherr (Winterthur) als Vizepräsident, C.A. Ott (Hauptwil) als Sekretär/Kassier sowie G. Kohler (Rorschach), J. Oettli (Oberthurgau) und F. Scherb aus Weinfelden als Beisitzer. Für die Sportkommission stellten sich Dr. H. Fisch (Herisau, Sektion Flawil) als Vorsitzender, H. Wipf (Andelfingen), K. Schürmann (Wil), Greminger (Winterthur) und Dutto (Bischofszell) zur Verfügung.

Als der OMV der UMS sein Aufnahmegesuch unterbreitete, wies das Direktionskomitee der Motorradfahrer-Union im Juni diese Bewerbung unverständlicherweise zurück, weil in der UMS Befürchtungen auftauchten, es könne aus dem OMV ein Konkurrenzverband entstehen. In beiden Lagern suchte man darauf eine befriedigende Lösung, die dann Ende August in einer gemeinsamen Sitzung in Winterthur gefunden wurde. Mitte November 1927 war es endlich soweit: Aufnahme des Ostschweizer Regionalverbandes (mit neun Sektionen und Sitz in Wil) in die UMS, und zwar ohne Einsprache. Diese Partnerschaft dauerte jedoch nur zweieinhalb Jahre. Am 25. Mai 1930 schlossen die Delegierten der UMS den OMV in Neuenburg wegen angeblichen Statutenverletzungen wieder aus. Die Zulassung von Einzelmitgliedern, die nicht an einen Club gebunden sein wollten, soll nebst anderem dazu beigetragen haben. Seither ist der OMV, aus dem 1959 der SAM (Schweizerischer Auto- und Motorradfahrer-Verband) entstand, eine in jeder Beziehung selbständige Vereinigung von Motorisierten.


Die ersten OMV Veranstaltungen

Es begann im Herbst 1927 mit einer Schnitzeljagd

Ein halbes Jahr noch der Gründung des Verbandes, genauer gesagt am 30. Oktober 1927, war der über 700 Meter hoch gelegene Nollen im Kanton Thurgau Schauplatz des allerersten touristisch-sportlichen OMV-Anlasses, bei dem es sich um eine vom MC Wil vorbereitete Landsgemeinde mit Schnitzeljagd handelte. Gestartet wurde diese Veranstaltung mit einer als Schnitzeljagd bezeichneten Orientierungsfahrt, die von Wil über Bronschhofen, Braunau, Lanterswil und Mettlen auf den Nollen führte. Als Sieger konnte Walter Wenger (Stein am Rhein) ausgerufen werden. Als Verbandspräsident Oscar Rey anschliessend die erste OMV-Landsgemeinde eröffnete, waren rund 400 Motorrad-Fahrer anwesend, die unter anderem über Zweck und Ziele des jungen Verbandes, aktuelle Probleme und das Sportprogramm für 1928 diskutierten.

 

Die erste Sternfahrt des OMV hätte am 17. Mai 1928 (Auffahrt) nach Sternenberg im Tösstal führen sollen. Wegen allzu schlechter Witterung musste der Anlass auf den 20. Mai verschoben werden, an dem es aber ebenfalls regnete.

 

Trotzdem begaben sich gegen 60 Unentwegte zum Treffpunkt, um dort die Sternfahrt auf den 10. Juni neu anzusetzen, allerdings mit Ziel auf dem Gfell ob Sternenberg. «Bei leidlichem Wetter zogen sie scharenweise aus, die OMV-Sportbeflissenen und aus allen Windrichtungen schlängelten sich weisse Staubfahnen den Berg hinan, Sternenberg entgegen», wusste das OMV-Organ «Motor» in seinem Bericht über dieses Ereignis zu melden, an dem der MC Schönenberg-Kradolf die Sektionswertung gewann. Mit einem vom MC Winterthur organisierten Hindernis- und Geschicklichkeitsfahren konnte das OMV-Sportprogramm jenes Jahres in Winterthur fortgesetzt werden. Den Auftakt zu diesem Anlass bildete ein mit viel Applaus aufgenommener Korso mit gegen 150 Motorrädern. Ueber 100 Teilnehmer beteiligten sich am Gymkhana, das mit einer Weitsprung-Konkurrenz für Töffs abgeschlossen wurde, bei der der einheimische Rennfahrer Willy Eckinger mit seiner Maschine 11,30 Meter erreichte, was grosses Aufsehen erregte. Im Hindernisfahren schwang H. Hug (Andelfingen) obenaus, während der MC Andelfingen den Wanderpreis für die beste Sektion zugesprochen erhielt.

 

1. OMV-Rennen am Hallauerberg

Ein erster Höhepunkt in der Geschichte des OMV war zweifellos die vom MSC Schaffhausen in den Hallauer Weinbergen durchgeführte Bergprüfungsfahrt, zu der 120 Fahrer antraten, die diesem Motorradfest, das in der Ostschweiz einen überaus grossen Anklang fand, zu einem schönen Erfolg verhalfen. Die schnellste Zeit auf der 3,8 km langen Rennstrecke, die in Oberhallau ihren Anfang nahm, fuhr der Winterthurer Willy Eckinger als Sieger der Halbliterklasse mit genau drei Minuten. Ein Jahr zuvor, als das Hallauerberg-Rennen noch nicht als OMV-Veranstaltung ausgetragen wurde, raste Eckinger sogar in 2:52,3 Minuten den Berg hinauf.

Zweite Auflage der Landsgemeinde
In Weissbad im Appenzellerland trafen sich am 7. Oktober bei anfänglich unerfreulichem, später aber schönem Wetter mehr als 500 Motorräder mit rund 800 Verbandsmitgliedern zu einer weiteren Landsgemeinde. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich nebst Zentralpräsident Rey auch der Landammann des Standes Appenzell-lnnerrhoden und ein Abgeordneter der damaligen UMS. Einen sportlichen Rahmenwettbewerb, wie das bei der ersten Landsgemeinde auf dem Nollen der Fall war, gab es im Weissbad nicht.

1. Verbands-Tourenfahren 1928

Zum Abschluss der ersten OMV Sport- und Touristik-Saison verzeichnete diese erstmals ausgeschriebene Sektionskonkurrenz, an der 10 Clubs mitmachten, nicht die erhoffte Beteiligung. Ein Blick auf die Rangliste zeigt uns den MC Schönenberg-Kradolf mit 16 Touren (Ausfahrten) an erster Stelle klassiert. Die Ehrenplätze gingen an den MC Flawil und den MC Weinfelden. 

Das waren also die ersten sportlichen Wettbewerbe des Ostschweizerischen Motorfahrer-Verbandes, der sich von Anfang an für einen regen und vielfältigen Sportbetrieb einsetzte, um seinen Mitgliedern möglichst viel bieten zu können. Und weil sich das bestens bewährt und gelohnt hat, wird diese «Politik» von unserem Verband, der 1959 bekanntlich in den SAM umgetauft worden ist, heute noch befolgt.

 

 

1959 - 2000

1959 wurde aus dem OMV der SAM

Das 1955/1956 erlassene Rundstrecken-Rennverbot für Automobile und Motorräder auf Schweizer Boden, mit dem die ruhmreiche Aera der OMV-Strassenrennen leider zu Ende ging, zwang die Sportkommission zu einer Umgestaltung des Sportbetriebes. An Stelle der Rennen auf Rund- und Bergstrecken traten geländesportliche Wettbewerbe. Das erste Motocross fand 1957 in Herisau und das erste Trial 1963 in Seegräben beim Pfäffikersee statt, worauf sich diese beiden Motorrad-Sportarten immer mehr durchzusetzen vermochten. Am 19. April 1959 beschloss die Delegiertenversammlung in Mels SG, den regionalen OMV zum schweizerischen SAM umzutaufen, was sich in fast allen Belangen als positiv erwies.

Versicherungstechnische und andere wichtige Gründe hatten unseren Verband zu diesem Schritt veranlasst. Schon 1962-1964 erreichte der SAM mit 92 angeschlossenen Sektionen den bisher höchsten Mitgliederbestand, der sich dann aber unterbrochen von einem Zwischenhoch (1972-1974 mit 90 Clubs) wieder rückläufig bewegte, wofür verschiedene Ursachen verantwortlich waren.

Männer, denen wir viel verdanken
Erst vier Jahrzehnte nach der Gründung des OMV kam es in der Verbandsleitung zum zweiten Wechsel, als Hans Keller 1967 das Zepter nach 35jährigem Vorsitz an den Basler Paul Bogni abtrat. Nicht vergessen dürfen wir in diesem Rückblick den 1992 verstorbenen Ernst Rohner, der in St. Gallen während mehr als 30 Jahren als Verleger und Drucker des «Motor und Sport» viel für den Verband getan hat. Und dank der 1970 in Angriff genommenen Zusammenarbeit mit dem Internationalen Amateur-Motorsport-Bund (IMBA) gibt es seither für den SAM mit europäischen Staaten engere Kontakte und für die Sportler im Ausland zusätzliche Startgelegenheiten.
Den 50. Geburtstag des SAM konnten drei verdienstvolle Förderer unserer Motorfahrer-Vereinigung nicht mehr erleben. Ende Juli 1971 mussten wir vom 81 jährigen Oscar Rey, dem Gründer und ersten Präsidenten des OMV, Abschied nehmen. Im 1974 verliess uns (ebenfalls im Juli) Max Andreas Maier, der 36 Jahre lang als Redaktor der Verbandszeitung und von 1961 bis 1973 im Zentralvorstand tätig war, und im November auch der (wie MAM) 77jährige Hans Keller, der 43 Jahre dem Vorstand angehörte, 35 Jahre davon als Zentralpräsident.

 

1977— ein denkwürdiges Jahr

Ein erfreulicheres Ereignis gelangte am 24. April 1977 in Winterthur als besonderer Höhepunkt in der Verbandsgeschichte zur Durchführung: Die 50. Delegiertenversammlung, an welcher der SAM im Beisein von rund 450 Personen sein 50jähriges Bestehen feiern konnte. Am gleichen Tag, aber ein halbes Jahrhundert früher, wurde 1927 in Weinfelden der OMV «geboren».
Vier Jahre später wechselte 1981 die Verbandsführung von Paul Bogni, der dieses hohe Ansprüche stellende Amt 14Jahre souverän und stets mit gutem «Fingerspitzengefühl» ausübte, zu seinem Clubkollegen Robert Ehrismann. An der 66. DV 1993 verabschiedete der unermüdliche Basler bereits sein 12.Präsidialjahr. Schon vor seiner Wahl war der Zentral- vorstand bestrebt, seine Bemühungen um die Unfallverhütung und Verkehrserziehung zu intensivieren, was dann auch geschah. Immerhin gehört dies zu den dringlichsten Aufgaben eines jeden Motorfahrer- und Strassenverkehrs- Verbandes. Seit der 68. DV des SAM in Bazenheid (1995) ist Andrea Tarnutzer-Münch der neue Mann an der Spitze des Verbandes, er löste Robert Ehrismann nach 14 Jahren ab. Andrea Tarnutzer-Münch ist erst der 5. Zentralpräsident in der 75-jährigen Geschichte des Verbandes, und auch er ist bereits wieder 7 Jahre in diesem Amt! Die Zeiten sind sicher nicht einfacher geworden, der Zentralvorstand kämpft mit ständigem Personalmangel; Andrea Tarnutzer ist aber als Jurist an der richtigen Position, um die ständigen neuen Gesetzestücken und sonstigen Sachen umzusetzen und das Beste für den Verband herauszuholen.

 

Änderungen, die sich aufdrängten

Der Tod der langjährigen Sekretärin Dora Kasper (1982) hatte die Verlegung der SAM-Geschäftstelle von Kreuzlingen nach Olten zur Folge, wo sie ab dem 1. Februar 1983 von der Firma Zeindler & Partner heute Weber und Partner AG übernommen wurde. Im April 1986 zügelte das Zentralsekretariat erneut, diesmal von Olten nach Egerkingen SO ins Kongresszentrum «Mövenpick». Während die Neuorganisation des Sekretariates auf starke Opposition stiess, die aber bald wie der verstummte, verlief ein weiterer Wechsel widerstandslos. Ende 1984 kündigte der SAM den Vertrag mit der Druckerei H. Brägger (vormals E. Rohner) in St. Gallen, in der das Verbandsorgan «Motor und Sport» mehr als 50 Jahre gedruckt und herausgegeben wurde. Seit 1985 ist der kostengünstigere und modernere Verlag des «Zofinger Tagblatts» im alten Aargauer Zähringerstädtchen der neue Partner des SAM und das «Motorjournal» unsere Zeitung. Die Zentralverwaltung, wie das Sekretariat in jüngster Zeit genannt wird, wurde nach Kündigung Heinz Webers infolge Gesundheitlicher Probleme im Jahr 2000 nach Basel an die Gütherstrasse verlegt, dort ist nun der Sitz unseres Verbandes.

 

Dem 21. Jahrhundert entgegen

Sowohl die Verlegung der Geschäftsstelle wie auch der Verlag und Zeitungswechsel haben sich bestens bewährt. Eine Dienstleistung besonderer Art bietet die Zentralverwaltung jenen Sektionen, denen es - weil in ihren eigenen Reihen geeignete Leute fehlen - gewisse Vorstandsarbeiten (beispielsweise den Beitragseinzug) abnimmt. Bedauerlich ist dagegen die ungenügende Unterstützung der Verbandsleitung, in der der Zentralvorstand und ein Teil der Kommissionen seit langem unterbesetzt sind, durch die Mehrheit der Clubs. Apropos Bestand des SAM: Anfang 1994 umfasste er 81 Sektionen und rund 6000 Mitglieder. 1980 waren es 84 Clubs, 1985 nur noch 79 und 1990 wieder 83.

Für die Zukunft des Schweizerischen Auto- und Motorradfahrer Verbandes haben die Konzepte der Restrukturierungs-Kommission von 1992, die grösstenteils umgesetzt wurden und werden, viel gebracht. Die Finanzen konnten wieder einigermassen stabilisiert werden, und die Mitgliederzahlen steigen stetig, was nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit der Allianz Suisse zu verdanken ist. Ueberhaupt ist diese Zusammenarbeit äusserst wertvoll, sowohl für den Verband als auch für die Mitglieder, die mit Versicherungs-Vergünstigungen profitieren können. Es ist aber nach wie vor notwendig, dass verschiedene Sektionen in nächster Zeit aus ihrer Lethargie erwachen und endlich aktiver werden. Nur dann wird der SAM anno 2027 ein würdiges 100. Wiegenfest feiern können.

 

 

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